Igel gefunden – Was nun?

Igel sind nachtaktive Tiere – trefft Ihr sie am Tag könnt Ihr davon ausgehen, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Weitere verdächtige Anzeichen, dass ein Igel hilfebedürftig ist, sind:

      • Der Igel hustet, humpelt oder ist auffällig kahl.
      • Igel-Babys laufen (tagsüber) ohne Mutter herum.
      • (Kleine Jung-)Igel sind noch im Spätherbst unterwegs.
      • Es handelt sich um einen Findling auf geschlossener Schneedecke.

Dann wird es allerhöchste Zeit zu helfen.

Hier findet Ihr unseren Erst-Check-Fragenkatalog, der Euch bei der Frage „Was nun?“ einen ersten Überblick gibt.

 

Was Ihr jetzt tun könnt: 

1. Sichern:
      • Igel vorsichtig aufnehmen – am besten mit Handschuhen oder einem Handtuch.
      • Ausnahme: Handelt es sich um ein Baby, zuerst beobachten, ob Mutter und Geschwister in der Nähe sind.
        → Wenn ja, alle zusammen sichern (ab Herbst!)

2. Unterbringung:
      • Karton, Wäschekorb o. Ä. mit glatten Wänden (30–40 cm hoch) verwenden.
      • Bodenbelag: Zeitung, Heu, Stroh oder ein Handtuch, damit der Igel sich verstecken kann.
      • Achtung: Igel sind gute Kletterer und Gräber – Sicherheit geht vor!

3. Wiegen:
      • Wenn möglich mit Küchenwaage und Schüssel wiegen.
        → Notiere das Gewicht! (Wichtige Info für Tierarzt oder Igelstation)

4. Sichtkontrolle:
      • Prüfe auf:
        • Verletzungen
        • Fliegeneier (kleine weiße Punkte) oder Maden
        • Zecken und Flöhe (ein paar sind normal)
      • Wenn Fliegeneier oder Maden vorhanden sind:
        → Schnell handeln! Vorsichtig entfernen.
        ⚠️ Kein Flohspray oder Spot-on-Präparate verwenden! Diese sind giftig für Igel.

5. Versorgung:
      • Flache Schale mit frischem Wasser bereitstellen.
        ❌ Keine Milch!
      • Wärmequelle: Wärmflasche oder PET-Flasche mit warmem Wasser (max. 36 °C), in ein Handtuch gewickelt.
        → Igel muss die Möglichkeit haben, der Wärme auszuweichen.

6. Hilfe suchen:
      • Ihr erreicht uns telefonisch unter 0173 – 7812860
      • Tierarzt / Tierklinik
      • Igelstation (regional suchen, z. B. über Wildtierhilfe oder NABU)

Wir sagen an dieser Stelle schon einmal „Danke!“ für Eure Erste Hilfe, denn ohne die hätte es der Igel bestimmt nicht überlebt!

Anbei zwei nützliche Schaubilder zur Unterscheidung „gesund/krank“ vom www.bund-naturschutz.de